Bestandsbeschreibung

Insgesamt handelt es sich um rund 913.000 Dokumente aus mehr als 196.000 Akten. Sie beinhalten Hinweise auf rund 578.000 Namen. Die betroffenen Personen waren meist Holocaust-Überlebende, ehemalige KZ-Häftlinge und NS-Zwangsarbeiter. Hinzu kamen Menschen, die aus politischen Gründen aus dem Machtbereich der Sowjetunion geflohen waren. Am häufigsten findet sich das Formular "Application for Assistance". Dies wird auch als "CM/1" bezeichnet, wobei „CM“ für "Care and Maintenance“ (Fürsorge und Unterhalt) steht, die "1“ für den jeweiligen Formulartyp. Das Formular gibt es in unterschiedlichen Varianten, je nach Entstehungszeitraum, jeweiliger Besatzungszone und Sprache.

Enthaltene Informationen sind unter anderem:

- Personalien des Antragstellers
- Ggf. Personalien von Familienangehörigen
- Aufenthaltsort und Beschäftigung während der letzten 10-12 Jahre
- Bildung und Sprachkenntnisse
- Finanzielle Ressourcen
- Zukunftspläne, Gründe gegen Repatriierung, gewünschtes Land für Emigration

Ein Stempel markiert, ob der Antragsteller für unterstützungsberechtigt (eligible) befunden wurde. Bei einer Betreuung durch die IRO wurden ggf. noch Bewegungen zwischen DP-Camps vor der Emigration verzeichnet. Zusätzlich zu den CM/1 Formularen enthält die Sammlung Fragebögen für DPs, Bestätigungen der Unterstützungsberechtigung, Anträge zur Änderung des Status (CM/3-Formulare), Fotos der Antragsteller, Krankenunterlagen, Schriftverkehr sowie Gesprächsnotizen. Die Krankenunterlagen sind als Dokumente mit sensiblem Inhalt von der Online-Veröffentlichung ausgeklammert, können aber auf Wunsch beim ITS eingesehen werden.

Organization / Arrangement

CM/1-Bögen können für eine Person oder für ganze Familien ausgestellt sein. Wenn Informationen zu einer ganzen Familie in einer Akte enthalten sind, wurde ein Familienoberhaupt definiert, unter dessen Namen die Akte geführt wurde. Beim ITS wurden alle Unterlagen dem Namen des Haupt-Antragstellers entsprechend alphabetisch sortiert und in Umschlägen zusammengefasst. Auch die Namen der Familienmitglieder sind auf dem Umschlag verzeichnet.

Digitale Kopien

Digitale Kopien der ITS Sammlungen existieren bei:
Archives de l'État en Belgique, Brüssel, Belgien Archives Nationales, Pierrefitte-sur-Seine, Frankreich Yad Vashem, Jerusalem, Israel Centre de Documentation et de Recherche sur la Résistance, Luxemburg Instytut Pamięci Narodowej (IPN), Warschau, Polen US Holocaust Memorial Museum (USHMM), Washington, D.C., USA The Wiener Library, London, Vereinigtes Königreich.

Korrespondierende Bestände


Literatur

Afoumado, Diane: The „Care and Maintenance in Germany“ Collection – A Reflection of DP Self-Identification and Postwar Emigration, In: Displaced Persons Leben im Transit: Überlebende zwischen Repatriierung, Rehabilitation und Neuanfand. Göttingen: Wallstein, 2014 (Freilegungen 3), S. 217 - 227