Bestandsbeschreibung

Der Teilbestand „Bereich Kindersuchdienst unter UNRRA und IRO“ setzt sich überwiegend aus allgemeiner Korrespondenz einzelner Abteilungen des Kindersuchdienstes untereinander, aber auch mit anderen Korrespondenzpartnern (wie z. B. dem polnischen Roten Kreuz), die im Laufe der Tätigkeitsausübung angefertigt wurden, zusammen. Gegenstand dieser Korrespondenz ist vor allem die Suche nach vermissten sowie die Identifizierung, Registrierung, Betreuung aber auch Repatriierung bzw. Emigration von „unbegleiteten“ Kindern und Jugendlichen (unaccompanied children). In dem Bestand befinden sich ferner von UNRRA- bzw. IRO-Mitarbeitern angefertigte Feld-, Monats- und Jahresberichte, die den steten Wandel der Organisation des Kindersuchdienstes spiegeln, aber auch die Aufgaben dieser Institution und ihre Ergebnisse thematisieren. Listen und statistische Angaben zu vermissten und „unaccompanied Children“ in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands, insbesondere in der US-amerikanischen Zone, zählen ebenfalls zu den Unterlagen. Weitere Akten behandeln Ermittlungen zu deutschen Kinderheimen und Pflege- bzw. Adoptivfamilien, die das Ziel hatten, Kinder alliierter Nationen zu finden. Des Weiteren existieren in diesem Bestand in einem geringeren Umfang individuelle Suchfälle und ein Interview mit einem Kind sowie veröffentlichte Zeitungsartikel und Suchinserate des Kindersuchdienstes.

Bestandsgeschichte

Der Teilbestand enthält Verwaltungsakten der „Child Search Branch“, die vorwiegend in dem Zeitraum von 1945 bis 1951 zunächst von der UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration) und ab 1947 von der IRO (International Refugee Organisation) im Rahmen ihrer Mandatsausübung angelegt wurden. Ausnahmen bilden die Ordner mit den Nummern 0016 und 0003. Erstgenannter enthält u. a. Dokumente aus den Jahren vor 1945. Es handelt sich dabei um Abschriften und Übersetzungen von Dokumenten des „Lebensborn“, die mit großer Wahrscheinlichkeit von Mitarbeitern der „Child Search Branch“ für die Erfüllung ihrer Arbeit angefertigt wurden. Der Ordner Nr. 0003 enthält insbesondere Monats- und Jahresberichte aus den Jahren 1952 bis 1955. Diese wurden vom Child Search Branch des International Tracing Services (ITS) angefertigt, als er nicht mehr der IRO sondern der HICOG unterstand.

Dem Monatsbericht des ITS vom September 1950 ist zu entnehmen, dass die Akten, die bis zu diesem Zeitpunkt bereits existierten, als Folge des Umzuges des Kindersuchdienstes von Esslingen nach Arolsen kamen. Unklar ist jedoch, in welchem Umfang und in welcher Form dies geschehen ist. Die Laufzeit des Bestandes legt die Vermutung nahe, dass dieser in Arolsen fortgeführt wurde. So ergibt es sich, dass insgesamt 20 Ordner mit Verwaltungsakten aufbewahrt wurden. Diese wurden nicht nach inhaltlichen Kriterien, sondern hauptsächlich nach Dokumententypen (z.B. Reports oder Korrespondenz) angelegt.

International Tracing Service