Bestandsgeschichte

Die Herkunft der beim ITS aufgefundenen Effekten von 12 Gefangenen lässt sich heute nicht mehr klären. Auf den Papiertüten in welche die Effekten verpackt waren befinden sich die maschinengeschriebenen Namen der Eigentümer. Mit Hilfe der beim ITS vorhandenen Dokumentation konnten die meisten dieser Eigentümer eindeutig identifiziert werden. Für sie liegen Dokumente vor, aus denen Geburtsdaten, Nationalität und Verläufe ihrer Inhaftierung im Deutschen Reich hervorgehen. Die Gründe der Haft sind nicht bei allen Eigentümern aus der Dokumentation ersichtlich. Auch wenn die Verläufe der Inhaftierungen, d.h. der Verlegungen von einem Gefängnis zu einem anderen, wahrscheinlich nicht vollständig überliefert sind, so weisen sie doch bestimmte Gemeinsamkeiten auf. Dies erlaubt eine begründete Annahme, woher die Effekten zum ITS gelangt sind.

Gemäß den vorhandenen Unterlagen waren sieben Gefangene zuletzt in Schleswig Holstein inhaftiert. Die Vermutung liegt nahe, dass ihr Eigentum aus Schleswig Holstein zum ITS gelangte. Für drei weitere Gefangene existiert lediglich eine Notiz über Geldbeträge, die Ihnen abgenommen wurden. Sie waren zur selben Zeit in Bayern inhaftiert. Zwei von ihnen wurden später in ein Gefängnis nach Sachsen-Anhalt verlegt. Die erwähnte Notiz könnte aus Bayern zum ITS gelangt sein.

Zwei weitere Personen konnten nicht eindeutig identifiziert werden. Daher kann für ihr Eigentum auch keine Aussage über den Weg auf dem es zum ITS gelangte getroffen werden.

Bestandsbeschreibung

Die Gegenstände und Dokumente sind das Eigentum männlicher Inhaftierter, die zwischen 1940 und 1945 im Deutschen Reich in Gefängnissen einsaßen. Die Eigentümer stammen aus Belgien, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden und Polen. Die vorhandene Dokumentation erwähnt die Tatbestände aufgrund derer sie verurteilt wurden meistens als Stichwort. In Gefangenenbüchern finden sich auch Aktenzeichen von Anklageschriften und Gerichtsurteilen.

Der überwiegende Teil der Gefangenen befand sich zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung im Deutschen Reich, um dort zu arbeiten. Ihnen wurden zum größtenteils wirtschaftliche Vergehen vorgeworfen. Ein Franzose und drei Niederländer wurden in ihrer Heimat verhaftet und nach ihrer Verurteilung durch Gerichte der deutschen Wehrmacht nach Deutschland gebracht. Für zwei Niederländer liegt eine Abschrift der Urteilsbegründung vor. Sie erlaubt einen Einblick in die Widerstandstätigkeit der beiden Gefangenen und weitere Mitglieder ihrer Gruppe.

Organization / Arrangement

Die Effekten sind alphabetisch nach den Nachnamen der Eigentümer sortiert.

Digitale Kopien

Digitale Kopien der ITS Sammlungen existieren bei:
Archives de l'État en Belgique, Brüssel, Belgien; Archives Nationales, Pierrefitte-sur-Seine, Frankreich; Yad Vashem, Jerusalem, Israel; Centre de Documentation et de Recherche sur la Résistance, Luxemburg; Instytut Pamięci Narodowej (IPN), Warschau, Polen; US Holocaust Memorial Museum (USHMM), Washington, D.C., USA; The Wiener Library, London, Vereinigtes Königreich